Neuigkeiten aus dem Kon Ka Kinh Schutzprojekt

Im Juni 2016 startete die Stiftung Artenschutz zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ein Partnerprojekt zur Rettung des Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (Nomascus annamensis) und seines Lebensraums. Das Projekt findet im Kon Ka Kinh Nationalpark statt, einem Schutzgebiet im zentralen Bergland von Vietnam.

Das erste Projektjahr ist nun abgeschlossen und es gibt bereits vielfältige Erfolge zu verzeichnen. Im Laufe der ersten Projektphase sammelte ein 13-köpfiges Team zum allerersten Mal Daten über die Gibbon-Population im Schutzgebiet. Der Auswertung zufolge sind aktuell 34 Gibbon-Gruppen mit geschätzten 134 Tieren im Schutzgebiet beheimatet. Die Ergebnisse wurden der Vietnamesischen Akademie für Forstwissenschaften vorgestellt und im April 2017 offiziell veröffentlicht.

Um den Gibbonschutz langfristig zu sichern, wurden Fortbildungen für die Nationalparkranger angeboten. Im ersten Projektjahr nahmen 55 Ranger teil, die über Methoden des Wildtiermonitorings unterrichtet wurden. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Projektmitarbeiter konnten monatliche Waldpatrouillen in Kombination mit Tierbeobachtungen stattfinden. Dabei durchliefen die Ranger über 160 km Waldwege und zerstörten 274 Fallen und elf Holzfäller-Camps. Drei Holzfäller konnten festgenommen werden.

Auch die Umweltbildungsmaßnahmen sind ein sehr wichtiger Teil des Schutzprojektes. Besonders erfolgreich gestaltete sich das Umweltbildungsprogramm in den Mang Yang und K’Bang Bezirken. Hier wurden Gespräche mit den lokalen Verantwortlichen geführt sowie Veranstaltungen zur Bewusstseinsbildung und Nationalparkbesuche für über 500 Kinder organisiert.

Das Projekt wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung vom Buchautor und Zooexperten Anthony Sheridan.

 

Fotos: © Dr. Ha Thang Long