Amphibien-Fonds 2009

Geförderte Projekte:

Einfluss bioklimatischer Faktoren auf den Chytrid-Befall beim Alpensalamander

Freilanduntersuchungen zur Ökologie des Guyana-Harlekinfroschs

Amphibienschutzstation in Vietnam

Der Handel mit Krokodilmolchen in Indochina

Schutz des Titicaca-Riesenfroschs


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Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

 

Die Projekte des Amphibien-Fonds im Jahr 2009

 

Einfluss bioklimatischer Faktoren auf den Chytrid-Befall beim Alpensalamander

Dr. Benedikt Schmidt von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) untersuchte beim Alpensalamander die Zusammenhänge zwischen klimatischen Faktoren und der Infektionsstärke und -häufigkeit mit dem Chytridpilz. Die Pilzerkrankung, verursacht durch den Chytridpilz, wird mehrfach mit Massensterbeereignissen und dem Aussterben einzelner Amphibienarten in Verbindung gebracht. Da Amphibien montaner Regionen besonders betroffen zu sein scheinen, aber die Situation der Hochgebirgsarten in den Alpen noch unklar ist, soll diese Studie wichtige Daten zur Infektion liefern.  

 

Freilanduntersuchungen zur Ökologie des Guyana-Harlekinfroschs

Um Amphibien effektiver zu schützen, sind neue Strategien notwendig. Sie schließen vor allem Erhaltungszuchten für spätere Wiederansiedlungen ein. Seit 2008 befinden sich Zuchtgruppen des Guyana-Harlekinfroschs, einer Art aus der Gruppe der extrem gefährdeten Harlekinfrösche, in einem gemeinsamen Zuchtprojekt der Zoos in Köln, Zürich und Atlanta Botanical Garden. Da die Nachzucht in  Menschenobhut bislang nicht gelungen ist, werden Freilanduntersuchungen zur Ökologie der Art gefördert. Die durch die Studie von Dr. Stefan Lötters und Dennis Rödder von der Universität Trier gewonnenen Erkenntnisse sollen zur Verbesserung der Zuchtbedingungen beitragen und die Nachzucht ermöglichen.


Ergebnisse:
Die Studie lieferte interessante Erkenntnisse zur Lebensweise der Art im Freiland. Männchen und Weibchen halten sich in verschiedenen Lebensräumen auf, unabhängig von Trocken- oder Regenzeit: Männchen sind Bachbewohner, während sich Weibchen im Wald aufhalten. Außerdem halten sich Männchen fast stets auf der Vegetation auf und die Weibchen auf dem Boden.

Die Ergebnisse der Freilanduntersuchungen lieferten wichtige Hinweise dazu, wie Terrarien für die Erhaltungszucht eingerichtet werden und die Guyana-Harlekinfrösche gepflegt werden sollen. Damit trägt die Studie dazu bei, die Zuchtbedingungen zu verbessern und eine Nachzucht der Art in Menschenobhut zu ermöglichen.

Der Aquazoo Düsseldorf stellte wesentliche Fördermittel für das Projekt zur Verfügung.

 

Amphibienschutzstation in Vietnam

Seit vielen Jahren setzt sich der Zoo Köln insbesondere für den Naturschutz und die Erfassung der Artenvielfalt in Vietnam ein. Unter anderem arbeitet der Zoo mit einer Amphibienzuchtstation des Institute of Ecology and Biological Resources (IEBR) in Hanoi zusammen, um Erhaltungszuchten für bedrohte Amphibien aufzubauen. Mit Mitteln aus dem Amphibien-Fonds wurden einige Zuchtpaare gefährdeter Arten mit offizieller Genehmigung aus der Natur entnommen und in die Amphibienzuchtstation überführt. Ziel des Projektes ist der Aufbau von "Reservepopulationen" bedrohter Arten vor Ort, um für zukünftige Maßnahmen und mögliche Auswilderungsaktionen vorbereitet zu sein.

 

Der Handel mit Krokodilmolchen in Indochina

Auch eine Studie des internationalen Artenschutzprogramms TRAFFIC über den Handel mit Krokodilmolchen in Indochina wird durch den Amphibien-Fonds finanziert. Die vor allem als traditionelle Heilmittel oder Aphrodisiaka verwendeten Tiere werden überall auf den Märkten angeboten. Allerdings ist sehr wenig über die Handelswege und den Einfluss des Handels auf die Populationen im Freiland bekannt. Durch die Studie soll geprüft werden, ob und in welchem Umfang Maßnahmen für den Schutz dieser Tiergruppe getroffen werden müssen.

 

Schutz des Titicaca-Riesenfroschs

Der Titicaca-Riesenfrosch kommt ausschließlich im Titicaca-See in den Anden von Peru und Bolivien vor. Sein Bestand ist nur innerhalb weniger Jahre um 80 Prozent zurückgegangen. Eine Pilotstudie über den Riesenfrosch wurde von der bolivianischen Organisation Armonía mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Artenschutz und den Thrigby Conservation Fund 2008/2009 durchgeführt. Zwar wurden in der Vergangenheit mehrere wissenschaftliche Studien zur Nahrung, Vermehrung und kommerziellen Zucht der stark gefährdeten Amphibienart durchgeführt. In unserer Studie wurde nun aber das Augenmerk auf den Schutz des Riesenfrosches vor Ort gelegt. Sie erstellte u.a. einen Überblick über die aktuellen bolivianischen Akteure und Projekte zum Schutz des Titicaca-Riesenfroschs, um Synergien zu bilden und neue Kooperationen anzuregen. Zusätzlich konnte die jährliche Mortalitätsrate der Art, verursacht durch Beifang in Fischernetzen und Menschenkonsum, beziffert werden.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse liefern die Voraussetzungen für die Planung effektiver Schutzmaßnahmen. Ein Folgeprojekt mit Förderung des Amphibien-Fonds, des Thrigby Conservation Fund und des Aquazoo Düsseldorf startete 2010.