Amphibien-Fonds 2013

Geförderte Projekte:

Forschung und Erhaltungszucht für den vom Aussterben bedrohten Alsodes vanzolinii

Telmatobius gigas — Schutz einer unbekannten bolivianischen Amphibienart

Amietophrynus taiensis in Sierra Leone

Habitatschutz in Ghana

Der Ochsenfrosch — ein unerwünschter Eindringling

 

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Titelfoto: © Brian Gertwicke

Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

 

Die Projekte des Amphibien-Fonds im Jahr 2013

 

Forschung und Erhaltungszucht für den vom Aussterben bedrohten Alsodes vanzolinii

Die vom Aussterben bedrohte Froschart Alsodes vanzolinii wurde bis zu ihrer Wiederentdeckung in Chile im Jahr 2010 für ausgestorben gehalten. Unter der Leitung von Frank Oberwemmer (Zoo Leipzig) sollen in einem gemeinsamen Projekt der chilenischen University of Concepción und des einheimischen Waldbesitzerunternehmens “Arauco S.A.“ Untersuchungen zur Verbreitung der Art durchgeführt werden. Darüber hinaus soll ein Monitoring der Verbreitungsgebiete, Entwicklung von Schutzmaßnahmen sowie Aufklärungs- und Umweltbildungsarbeiten stattfinden.
Da die Lebensräume von Alsodes vanzolinii extrem empfindlich und zurzeit nicht geschützt sind, fördert der Amphibien-Fonds die Forschung und den Aufbau einer Zucht in menschlicher Obhut. Dies ist eine Maßnahme zur langfristigen Arterhaltung und soll zudem die Grundlage für eine spätere Wiederansiedlung in geschützten Lebensräumen bilden.

Telmatobius gigas — Schutz einer fast unbekannten Froschart

Über den vom Aussterben bedrohten Telmatobius gigas ist zurzeit sehr wenig bekannt. Das Team um Projektleiter Arturo Munoz vom Museo de Historia Natural Alcide d’Orbigny (Bolivien) wird eine umfassende Studie zu seiner Verbreitung, seinen Ansprüchen und Gefährdungsfaktoren durchführen. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Ausbildung lokaler Biologen, Studenten und anderer Interessenten in klassischen Artenschutzmethoden. Zeitgleich wird eine groß angelegte Kampagne die Öffentlichkeit über die Ziele dieses Projektes informieren und für den Amphibienschutz sensibilisieren.

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Amietophrynus taiensis in Sierra Leone

Das Projekt von Dr. Annika Hillers von der 'Royal Society for the Protection of Birds' hat die Erstellung eines langfristigen Monitoring- und Managementplans zum Schutz von Amietophrynus taiensis und ihrer Lebensräume zum Ziel. Zu diesem Zweck sollen die Populationsgröße und Verbreitung sowie Lebensraumansprüche dieser Art erforscht werden. Die lokalen Gemeinden und die Nationalparkverwaltung sollen Managementempfehlungen für die schutzrelevanten Gebiete erhalten. Das Projekt beinhaltet zudem die Intensivierung der Zusammenarbeit mit lokalen und politischen Partnern sowie die Ausbildung lokaler Feldforscher.

Der Ochsenfrosch – ein unerwünschter Eindringling

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) wurde in den 1980er- und 90er-Jahren in Europa an verschiedenen Stellen absichtlich oder aus Unachtsamkeit eingebürgert. Aufgrund seiner Größe, seines kurzen Reproduktionszyklus und der Tatsache, dass er alles frisst, was er überwältigen kann (Amphibien, Fische, Säugetiere, Reptilien, Vögel, Insekten), ist er für heimische Arten und Ökosysteme zu einer ernsthaften Gefährdung geworden.
Die französische Organisation ABCR (Association Beauval Nature pour la Conservation et la Recherche) hat zuletzt in Zusammenarbeit mit den regionalen Umwelt- und Wasserbehörden der Region Sologne ein umfassendes Projekt zur Dezimierung der lokalen Ochsenfroschpopulation erarbeitet.

Um die Verbreitung der Art sowie die Effektivität von durchgeführten Maßnahmen zu ermitteln, wurde eine neuartige, nichtinvasive Methode zum Artnachweis entwickelt. Durch diese Methode, die sich insbesondere für große Gewässer eignet, kann die Anwesenheit der Art oder einzelner Individuen ermittelt werden. Der Nachweis erfolgt mittels DNA-Analyse von z.B. Kot, Urin oder Schuppen, die in Wasserproben enthalten sind.
Der Amphibien-Fonds fördert die Untersuchung mittels DNA-Analysen und die Produktion von Aufklärungsmaterial, das auf die Gefährdung und den Schaden durch den Ochsenfrosch aufmerksam machen soll.

 

Habitatschutz in Ghana

Arthroleptis krokosua ist eine Amphibienart, von der nur noch 12 Individuen überlebt haben. Ihre natürlichen Lebensräume sind einer starken Bedrohung durch Abholzung, Bergbau, intensive Landwirtschaft und Ausbreitung einer invasiven Pflanzenart ausgesetzt.
Um der Lebensraumdegradierung und -fragmentierung entgegenzuwirken und damit die Populationen auch anderer gefährdeter Amphibienarten zu schützen, wurde ein Projekt der ghanaischen Abteilung der internationalen Organisation „SAVE THE FROGS!“ gestartet.
Die vom Projektleiter Gilbert Baase Adum geplanten Renaturierungsmaßnahmen beinhalteten die Aufforstung mit heimischen Baumarten, die Entfernung von invasiven Pflanzen und die Schaffung von Vegetationskorridoren als effektive Verbundsysteme zwischen den Habitaten. Ein wichtiger Teil des Projektes war zudem die Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit lokalen Interessensvertretern und Schulen.

2016 wurde die Arbeit von  Gilbert Adum – Projektleiter, Mitbegründer und Leiter der gemeinnützigen Westafrikanischen Schutzorganisation für Amphibien SAVE THE FROGS! Ghana – ausgezeichnet. Der Wissenschaftler gewann einen von sieben „Green Oscar“ Awards in London. Das Schutzprojekt wurde unter mehr als 120 eingereichten Projekten aus 53 Ländern ausgezeichnet. Der mit £35,000 dotierte Preis wurde bei einer feierlichen Zeremonie der Royal Geographical Society durch Prinzessin Anne übergeben.