Amphibien-Fonds 2015

Geförderte Projekte:

Amphibienschutz im zentralen Hochland Panamas

Das Titicaca-Riesenfrosch-Projekt

Schutz von Conraua derooi in den Missahohe- und Assime-Wäldern, Togo (Westafrika)

Kamm on – Hilf dem Molch

Monitoring des kritisch bedrohten Pickergills Riedfrosches (Hyperolius pickersgilli) mit Hilfe passiver akustischer Methoden

Untersuchung zum Vorkommen des gefährdeten und europäisch geschützten Kleinen Wasserfrosches (Pelophylax lessonae) an ausgewählten Gewässern im Münsterland als Grundlage für Artenschutzmaßnahmen

Verbesserung des Managements bedrohter Amphibien in der Dominikanischen Republik

 

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Sonderkonto Amphibien-Fonds: 
Stiftung Artenschutz
Sparkasse Bielefeld
Bankleitzahl: 480 501 61
Konto Nr.: 40 477
IBAN: DE52 4805 0161 0000 0404 77
BIC-/SWIFT-Code: SPBIDE3BXXX

Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

 

Die Projekte des Amphibien-Fonds im Jahr 2015

 

Amphibienschutz im zentralen Hochland Panamas

In Panama leben 40 endemische Amphibienarten. Wie so viele Arten weltweit, sind auch diese durch den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) in ihrem Fortbestand stark gefährdet. Obwohl koordinierte internationale Hilfe dafür gesorgt hat, dass Panamas Flagschiff-Art, das Goldfröschchen (Atelopus zeteki), in der Erhaltungszucht überleben kann, ist es wichtig, das bisher nicht vom Pilz erreichte Habitat zu schützen. Neben dem Chytridpilz geht in den zentralen Gebirgszüge Panamas eine weitere Gefahr für das Goldfröschchen von vielen Bergbauunternehmen aus, die hier speziell Gold und Kupfer abbauen wollen. Die Auswirkungen solcher Unternehmungen würden auch großflächigen Holzeinschlag, Erosion und Verschmutzung durch Chemikalien nach sich ziehen. In Kombination mit dem Chytridpilz wären die Auswirkungen für dieses einzigartige Ökosystem mit seinen Amphibien verheerend.

Das Ziel dieses Projektes ist es, durch Landkauf neue Schutzgebiete für bedrohte Amphibien zu schaffen. In diesen Gebieten sollen Unterkünfte und Training für Ranger und Landbesitzer bereitgestellt werden. Ein weiteres Standbein soll die Arbeit mit den lokalen Gemeinden innerhalb und außerhalb der neuen Schutzgebiete sein. Hier sollen Vorträge und Unterrichtseinheiten in Schulen die Menschen über die Bedrohung der Amphibien und deren Gründe informieren.

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Das Titicaca-Riesenfrosch-Projekt

Der Titicaca-Riesenfrosch ist endemisch im größten See Südamerikas, dem Titicacasee. Über die letzten drei Generationen hat die Population um knapp 80 % abgenommen, weshalb er von der IUCN als kritisch bedroht eingestuft wird. Die hauptsächlichen Gründe liegen in der intensiveren Nutzung des Sees und der umliegenden Regionen, wodurch immer mehr Habitat verloren geht und die Verschmutzung durch beispielsweise Bergbau und Landwirtschaft zunimmt.

In den letzten Jahren gab es immer wieder episodische Massensterben der Riesenfrösche. Im April 2015 kam es allerdings zu einem Massensterben von bisher nicht bekanntem Ausmaß, bei dem Tausende toter Frösche an den Ufern des Sees zu finden waren. Bisher ist noch nicht klar, welche Gründe dieses Sterben hatte, da auch andere bedrohte Vogel- und Fischarten diesmal betroffen waren.

Die vorliegende Studie ist eine konsequente Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Stiftung Artenschutz und dem Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum, mit dem Ziel, die aktuellen Bedrohungen für das Überleben des Titicaca-Riesenfrosches besser zu verstehen. Zunächst wird geklärt, ob und wieviele Frösche überlebt haben und woran die verendeten Tiere gestorben sind. Weiterhin wird ein Monitoring in Gebieten, in denen noch gesunde Populationen vorkommen, installiert, um rechtzeitig auf Verschlechterungen reagieren zu können. Dies beinhaltet sowohl eine Überwachung der Tiere selber als auch der Wasserchemie. Mit diesen Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass wir der Lösung der ungeklärten Massensterben näher kommen und dabei ebenso die bestehenden Populationen besser schützen können.  

 

Schutz von Conraua derooi in den Missahohe- und Assime-Wäldern, Togo (Westafrika)

Der "Togo slippery frog" teilt das Schicksal so vieler Amphibien. Seit seiner Erstbeschreibung im Jahr 1972 konnten lediglich zwei kleine Vorkommen im Westen Afrikas entdeckt werden. Diese beschränken sich auf ein nur knapp 10 km² großes Verbreitungsgebiet im Grenzbereich zwischen Ghana und Togo. Über seine Habitatansprüche ist daher auch nur wenig bekannt. Es gilt als wahrscheinlich, dass er ausschließlich in natürlichen Regenwäldern mit ausreichend Fließgewässern vorkommt. Diese sind allerdings in den letzten Jahrzehnten in Togo dramatisch dezimiert worden. Gerade durch den Ausbau der Landwirtschaft, Holzeinschlag und die Ausweitung von Siedlungen geraten im Westen Afrikas immer mehr natürliche Regenwälder unter Druck. Aufgrund dieser Aussichten hat auch die IUCN im Jahr 2004 den "Togo slippery frog" als „kritisch bedroht“ eingestuft. Allerdings wird auch angemerkt, dass unbedingt eine Neuevaluierung der Situation, basierend auf aktuellen Erhebungen, stattfinden muss, um geeignete Schutzmaßnahmen initiieren zu können.

In dieser vom Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigem Raum und explizit dem Zoo Heidelberg unterstützen Studie werden lokale Wissenschaftler grundlegende Erhebungen durchführen, um zu ermitteln, ob die bekannten Vorkommen noch immer existieren oder ob, wie befürchtet, Populationen bereits verschwunden sind. Zusätzlich werden Habitatparameter dern gefangenen Tiere aufgenommen, um weitere Erkenntnisse über die Ökologie dieser Tiere zu gewinnen. Diese Informationen werden aufgearbeitet und fließen in eine Neubewertung der Gefährdungssituation sowie in die Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen mit ein.

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Kamm on – Hilf dem Molch

Sowohl die „Biodiversitätsstrategie“ als auch die „Rote Liste der gefährdeten Arten“ zeichnen ein erschreckendes Bild der schwindenden Artenvielfalt. Eine spezielle Rolle nimmt der Kammmolch-Artenkreis ein. Überall in Europa werden deutliche Rückgänge der Populationen verzeichnet. Zu den Ursachen zählen Lebensraumverlust sowie zunehmend der Besatz von gefräßigen Fischen in Laichgewässern der Molche. Wichtige Lebensräume für den bedrohten Donaumolch (Triturus dobrogicus) sind die Feuchtgebiete um die vom Verein AURING betriebene Biologische Station Hohenau-Ringelsdorf, als Teil der March-Thaya-Auen. Die Absetzbecken der ehemaligen Zuckerfabrik haben eine regelmäßige Wasserführung, verbunden mit temporärem Trockenfallen, und sind daher ein idealer Lebensraum für Amphibien.

Zusammen mit der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) hat AURING eine lange Tradition für Amphibienschutz-Projekte. Schon im Jahr 2012 konnte mit Unterstützung des Amphibien-Fonds ein Würfelspiel für Jugendliche entwickelt werden, um auf den täglichen Überlebenskampf der heimischen Amphibien aufmerksam zu machen. Auch in diesem Projekt bringen AURING und das Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum und insbesondere die Österreichische Zoo Organisation (OZO) und der Tiergarten Schönbrunn den Amphibienschutz Kindern und Jugendlichen nahe. Es ist ein mehrseitiger, fachdidaktisch aufbereiteter Bastelbogen geplant, der Kinder und Jugendliche einlädt, sich näher mit dem Kammmolch zu beschäftigen. Der Mitmach-Bogen soll auf diesem Wege zu einem höheren Bekanntheitsgrad des „Wasserdrachens“ beitragen. Er wird sowohl der önj österreichweit in gedruckter Form und via Download zur Verfügung stehen als auch anderen umwelt- und zoopädagogischen Einrichtungen, Schulen und Hochschulen. Weiterhin bietet AURING spezielle Exkursionen zum Thema Donaukammmolch an und die Niederösterreichischen önj-ler gestalten gemeinsam mit Herpetologen Plakate für einen neuen AURING-Infoschaukasten, die önj-Zeitung und eine Homepage. Mit diesem Projekt  wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Kammmolche als bedeutende FFH Anhang II-Art und zur Bewusstseinsbildung rund um die Amphibien geleistet.

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Monitoring des kritisch bedrohten Pickergills Riedfrosches (Hyperolius pickersgilli) mit Hilfe passiver akustischer Methoden

Der Pickergills Riedfrosch ist einer der bedrohtesten Frösche Südafrikas und wird von der IUCN als kritisch bedroht angesehen. Man findet ihn nur noch in einem kleinen küstennahen Gebiet, vor allem in dichten Schilf- und Riedbeständen. Gerade aber durch die zunehmende Urbanisierung wird das natürliche Habitat immer weiter zerstört und fragmentiert. Da aber die Frösche den Beginn der Fortpflanzungsperiode an klimatische Faktoren koppeln, ist ebenfalls davon auszugehen, dass Klimaveränderungen (Dürren, Überschwemmungen, Temperaturveränderungen) die Fortpflanzung und Ausbreitung der Tiere stark beeinflussen können. Die Herausforderung besteht daher nicht nur darin, die Bereiche zu identifizieren, wo der Frosch noch vorkommt, sondern auch relevante Informationen zur Ökologie zu sammeln, um daraus wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Hier hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass gerade bei Fröschen ein automatisiertes Monitoring von Lautäußerungen große Vorteile gegenüber den herkömmlichen beobachterbasierten Methoden haben kann. Durch technische Neuerungen der letzten Jahre ist ein solches Monitoring kosteneffektiv, minimalinvasiv, und zeitlich hochauflösend entstanden und erlaubt die Beantwortung breitgefächerter Fragestellungen.

Das vorliegenden Projekt ist eine Kooperation der African Amphibian Conservation Research Group der North-West University in Südafrika und dem Endangered Wildlife Trust. Es verfolgt zwei wichtige Ziele: Zum einem wird in einem der größten bekannten Vorkommen von Hyperolius pickersgilli ein langfristiges Netzwerk von akustischen Rekordern, die die täglichen und saisonalen Schwankungen in der Aktivität der Tiere messen sollen, aufgestellt. Zum anderen werden lokale, meteorologische Variablen, wie beispielsweise Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit, erfasst, um deren Verbindung zu den Lautäußerungen zu ermitteln. In diesem Projekt sollen grundlegende ökologische Prozesse in Abhängigkeit von kritischen Umweltfaktoren betrachtet werden. So werden Abschätzungen der Populationsentwicklung unter zukünftigen klimatischen Szenarien möglich.

 

Untersuchung zum Vorkommen des gefährdeten und europäisch geschützten Kleinen Wasserfrosches (Pelophylax lessonae) an ausgewählten Gewässern im Münsterland als Grundlage für Artenschutzmaßnahmen

In Deutschland existieren drei Arten von Wasserfröschen. Diese sind zum einen der Kleine Wasserfrosch sowie der deutlich größere Seefrosch (Pelophylax ridibunda), aber auch die Hybridform der beiden Arten, der Teichfrosch (Pelophylax esculentus). Nur der Kleine Wasserfrosch wird aus dieser Gruppe in der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft. Ein großes Problem im Schutz des Kleinen Wasserfrosches sind die Unsicherheiten in der genauen Artbestimmung. Aufgrund des variierenden Grades der Hybridisierung können sich äußerliche Merkmale sehr stark ähneln, sodass im Feld eine Bestimmung oft nicht bis zum Artniveau durchgeführt werden kann. Untersuchungen zur Verbreitung der einzelnen Formen wurden bisher selten durchgeführt und wenn sie anhand von äußeren Merkmalen durchgeführt wurden, sind sie wahrscheinlich fehlerbehaftet. Als einzig sichere Methode gilt daher, Gewebeanalysen zur Artbestimmung heranzuziehen. Denn nur mit einer korrekten Artbestimmung können effektive Artenschutzmaßnahmen entwickelt und durchgeführt werden.

Diese, vom Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum und insbesondere der GDZ unterstützten Studie, befasst sich mit diesen Wissenslücken und nimmt dabei  besonderen Bezug auf das Münsterland. Bisher existieren hier keine größeren Studien zur Verbreitung und zur Populationsgröße des Kleinen Wasserfrosches. Es werden insgesamt 19 Gewässer mit speziellen Amphibienreusen bestückt und von allen relevanten Tieren die wichtigen Merkmale vermessen. Abstriche aus der Mundschleimhaut werden nach der genetischen Analyse helfen, die vorherige Artbestimmung im Feld zu validieren. Zusätzlich werden akustische Aufnahmen der rufenden Männchen durchgeführt, um die Gesamtgröße der Population abzuschätzen.

Diese Daten bilden zum einen eine wichtige methodische Grundlage für nachfolgende Kartierungen sowie für die Entwicklung von nachhaltigen Schutzmaßnahmen für den Kleinen Wasserfrosch.

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Verbesserung des Managements bedrohter Amphibien in der Dominikanischen Republik

Als Teil des karibischen Hotspots für Biodiversität ist auch die Amphibienfauna der Dominikanischen Republik besonders schutzwürdig. Dies begründet sich auch darin, dass das Land den weltweit höchsten Anteil an bedrohten Amphibienarten aufweist. Von den 39 einheimischen Arten sind laut IUCN mindestens 32 als „bedroht“ eingestuft. Dies macht ein wirkungsvolles Management der bestehenden Populationen umso dringender.  

Obwohl die Amphibienfauna der Dominikanischen Republik bekannt ist und die Verbreitungsareale der vorkommenden Arten grob charakterisiert sind, fehlen bisher hochauflösende Populationsdaten. Nur mit solchen Daten können belastbare Verbindungen zu Bedrohungen wie Habitatverlust oder Fragmentierung der Landschaft erstellt werden. Dieses Projekt zielt darauf, bestehende Monitoringmethoden zu verfeinern und so ein standardisiertes Protokoll zur Erfassung der Amphibienfauna in der Dominikanischen Republik zu publizieren. Dieses soll innerhalb des Projektes dann zur Erfassung der Amphibien entlang eines Höhengradienten in der Sierra de Bahoruca angewandt werden. Diese Region beherbergt insgesamt 16 verschiedenen Arten von Amphibien, von denen 11 endemisch für diese Region sind und fünf als „kritisch bedroht“ eingestuft werden. Innerhalb der Sierra de Bahoruca sollen natürliche Waldstandorte, Waldrandbereiche und landwirtschaftlich geprägte Flächen untersucht werden. Dieser Ansatz erlaubt die Abschätzung des Effektes von Habitatdegradierung auf die Amphibienfauna.

Die Ergebnisse dieser Studie sollen direkt in die laufende Entwicklung eines Nationalen Aktionsplans (NAP) für Amphibien einfließen. Somit wird die Arbeit in einer Region Auswirkungen auf den Schutz der Amphibien in der gesamten Dominikanischen Republik haben. 

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